Hämostaseologie und Hämatologie

Transfusionsmedizin

Leiter:
Prof. Dr. med. Reinhold Eckstein

Untersuchungsspektrum des Hämostaseologischen und Hämatologischen Labors der Abteilung

  Liebe Liebe Liebe Kolleginnen und Kollegen,

bevor wir Ihnen eine Übersicht über das Spektrum unserer hämostaseologischen und hämatologischen Labore geben, eine wichtige Vorabinformation: Den Anforderungsschein zur Abklärung hinsichtlich einer Heparin-induzierten Thrombozytopenie Typ 2 finden Sie unter Immunhämatologie!

Verfügbares Analysenspektrum:

  • Quickwert (Thromboplastinzeit), aPTT, Fibrinogen (nach Clauss), Fibrinogen (immunologisch)
  • Thrombinzeit, Batroxobinzeit (Reptilasezeit)
  • Gerinnungaktivität der Faktoren II, V, VII, VIII, IX, X, XI, XII, XIII
  • Von-Willebrand-Faktor: Antigen, Aktivität, Multimerenanalyse, Kollagenbindungsfähigkeit
  • Thrombelastogramm (ROTEM)
  • Plasmatauschtest, Hemmkörpertest (Bethesda-Einheiten)
  • Induzierte Plättchenaggregation nach Born mit Kollagen, ADP, Ristocetin, Arachnidonsäure, Epinephrin
  • Impedanzaggregometrie (Multiplate®) mit Arachidonsäure (ASPItest), ADP (ADPtest), Thrombinrezeptoraktivierends Peptid (TRAPtest), Ristocetin high/low (Risto high/low)
  • D-Dimere, Fibrin-Monomere
  • In-vivo-Blutungszeit nach Duke
  • In-vitro-Blutungszeit mittels PFA 200®
  • APC-Resistenz-Bestimmung (funktioneller Assay mittels aPTT)
  • Antithrombin (Aktivität/Antigen)
  • Protein C (Aktivität/Antigen), Protein S (Aktivität, freies Antigen, 
  • Lupus antikoagulans
  • Molekularbiologische Untersuchungen auf Faktor-V-Leiden-Mutation (G1691A), Prothrombin-Mutation (G20210A), C677T-Mutation des MTHFR-Gens
  • Anti-Faktor-Xa-Aktivität (z.B. niedermolekulare Heparine, Fondaparinux, Danaparoid)
  • Spiegelbestimmung von Dabigatran, Rivaroxaban, Apixaban, Edoxaban 
  • Abklärung Heparin-induzierte Thrombozytopenie Typ 2 (Schnelltest und ELISA bei uns/HIPA in Kooperation mit Universitätsklinikum Gießen)

Häufige Fragen:

  • Screeningtests bei unauffälliger Anamnese (Minimalprogramm):
    Quickwert (Thromboplastinzeit), aPTT, Thrombozytenzahl.
  • Basisuntersuchung vor großen, komplikationsträchtigen Operationen bei ansonsten unauffälliger Anamnese:Quickwert, aPTT, Thrombinzeit, Fibrinogen (nach Clauss), Faktor XIII, Antithrombin, (PFA-200)
  • Thrombophilieabklärung: Faktor-V-Leiden-Mutation (G1691A), Prothrombinmutation (G20210A), APC-Resistenz, Protein C und Protein S, Antithrombin, Lupus antikoagulans, Faktor VIII/IX/XI
    • externe Untersuchung: 
    • Antiphospholipidantikörper (Anti-Cardiolipin-Antikörper, ß2-Glykoprotein-Antikörper) - Medizinische Klinik 3, Universitätsklinikum Erlangen
    • Homocystein, Lipoprotein(a) - Zentrallabor/Klinische Chemie, Universitätsklinikum Erlangen

  • Verdacht auf Vitamin K-Mangel:
    Thromboplastinzeit (Quickwert), Faktor II, VII, IX und X (Vitamin K-abhängig), zur Differentialdiagnose/Abgrenzung Faktor V und VIII
  • Überwachung der Therapie mit Standard-Heparin (unfraktioniertes Heparin):
    aPTT (alternativ: Thrombinzeit).
  • Überwachung der oralen Antikoagulantientherapie mit Kumarinderivaten:
    Thromboplastinzeit (Angabe des Meßwertes als Prozent und/oder INR-Wert).
  • Verdacht auf DIC:
    Thrombozytenzahl, Quickwert, aPTT, Thrombinzeit, Fibrinogen, Antithrombin, D-Dimere, Fibrinmonomere (Interpretation der Meßwerte erfordert Kenntnis des klinischen Bildes u. bisheriger Therapie, oft Verlaufskontrollen angezeigt).
  • Anti-Faktor Xa-Aktivität:zur Steuerung der Therapie mit OrgaranR; in besonderen Situationen bei Therapie mit niedermolekularem Heparin (LMWH).
  • aPTT-Verlängerung (isolierte) unklarer Ursache:
    Vor weiterer, aufwendiger Diagnostik präanalytischen Fehler (z.B. versehentliche Heparinkontamination der Probe infolge Blutprobenentnahme aus einem mit Heparin beschickten Gefäßzugang) ausschließen. Ursachen einer PTT-Verlängerung sind vielfältig, beispielsweise:

    • Medikamente: z.B. Heparin (UFH), Hirudin, DOAK
    • angeborener Faktorenmangel (z.B. FVIII, F XII, seltener IX, XI)
    • Inhibitoranwesenheit, vor allem Lupus antikoagulantien, selten neutralisierende Hemmkörper.

  • Verdacht auf Thrombozytenfunktionsstörung:Blutungszeit, Plättchenaggregationstests (stets Thrombozytenzahl und Zeitpunkt der Blutentnahme auf Anforderungsschein vermerken), PFA-200
  • Faktor VIII-Mangel unklarer Ursache:Bestimmung von FVIII:C, vWF:Ag, vWF:Aktivität, Lupus antikoagulans, ggf. Plasmatauschtest (Familien- und Eigenanamnese!, Medikamente (z.B. valproathaltige Antikonvulsiva), Frage nach Vorbefunden).
  • Diagnostische "Lücken" des Screening-Programms „Quickwert, aPTT, Thrombozytenzahl"/Hämophilieabklärung:

    • von Willebrand-Syndrom (leichte Formen und einige Subtypen), häufigste angeborene Hämostasestörung
    • Thrombozytopathie (meist erworben)
    • Faktor XIII-Mangel
    • geringer Faktorenmangel (infolge limitierter Sensitivität der einzelnen Tests, z.B. bei Subhämophilie, geringem Fibrinogenmangel, leichten Formen und einigen Subtypen des v. Willebrand-Syndrom)

Wichtige Information zur Gerinnungsdiagnostik:

Im Normbereich liegende Screeningstests beinhalten keinen sicheren Ausschluß einer Koagulopathie und sind - um diese "Lücke" einzuengen - klinisch nur hinreichend verwertbar in Verbindung mit einer gezieltenhämostaseologischen Anamnese (Familienanamnese, genaue Medikamentenanamnese inclusive Frage nach Ovulationshemmern, ASS, Kumarinderivaten, LMWH und Antibiotika, Verlauf früherer Operationen (insbesondere Tonsillektomie, Zahnextraktionen), Frage nach Meno-Metrorhagien, nach außergewöhnlichen thromboembolischen Ereignissen, nach HIT Typ 2).
Bei auffälliger Blutungsanamnese gezielte ergänzende Untersuchungen erforderlich.

Hinweise zur korrekten Probengewinnung

Die korrekte Probengewinnung ist die Voraussetzung für den Erhalt richtiger Analysenergebnisse!

Häufigere präanalytische Fehler:

  • zu lange venöse Stauung (Aktivierung der Fibrinolyse)
  • schwierige Gefäßpunktion (Tissue Factor Freisetzung)
  • artefizielle Heparinkontamination (Blutentnahme aus Heparin-beschichteten Kathetern etc.)
  • Wahl des falschen Antikoagulans und falsches Antikoagulans-Blut-Mischungsverhältnis
  • Zu langes Stehenlassen der Zitratvollblutprobe (z.B. Heparinneutralisation infolge PF4 - Freisetzung aus zerfallenden Thrombozyten, „in-vitro-Neutralisation" eines Lupus antikoagulans durch Phospholipidfreisetzung aus Thrombozyten)
  • Nichtbeachtung der Lagerungslabilität von Hämostasefaktoren (vor allem von Faktor VIII:C)

Für die Bestimmung thrombophiler Risikofaktoren, Thrombelastogramm und Thrombozytenaggregationstests Zeitpunkt der Blutentnahme auf Laboranforderungsschein vermerken und Zitratblutprobe baldmöglichst ins Labor bringen. (maximal 2 h)

Eine detaillierte Information, auf welche Details bei der Probenentnahme für hämostaseologische und/oder hämatologische Untersuchungen zu achten ist, finden Sie hier.

Erreichbarkeit unserer MitarbeierInnen für telefonische Rückfragen

Ärztliche Mitarbeiter:

die ärztlichen Mitarbeiter sind über das Sekretariat der Abteilung
(Tel.: 09131 85-36972)
bzw. über die Pforte der Chirurgischen Klinik
(Tel.:09131 85-33296) erreichbar.

Außerhalb der regulären Dienstzeit: Ärztlicher Bereitschaftsdienst der Abteilung (zu erreichen über die Pforte der Chirurgischen Klinik, Tel.: 09131 85-33296)

Telefonnummer des Hämostaseologischen Labors: 09131 85-33692 oder -39181.
Telefonnummer des Hämatologielabors: 09131 85-33309

 
 
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Zusammenfassung