Stammzellen aus Nabelschnurblut

Transfusionsmedizin

Leiter:
Prof. Dr. med. Reinhold Eckstein

Leukämie ist heilbar – helfen Sie mit!

Jährlich erkranken allein in Deutschland mehr als 9.000 Menschen an Leukämie. Trotz mehr als 19 Millionen registrierter Stammzellspender weltweit lässt sich immer noch für etwa 25 bis 30 % der Patienten kein geeigneter Spender finden, d.h. die lebensrettende Transplantation bleibt diesen Menschen verwehrt. Mit Hilfe von Stammzellen aus Nabelschnurblut können wir das verhindern.

Nach der Geburt eines Kindes werden der Rest der Nabelschnur und die Plazenta normalerweise entsorgt. In dem darin enthaltenen Blut befinden sich jedoch so viele blutbildende Stammzellen, dass damit eine Transplantation eines Patienten möglich ist. Das Nabelschnurrestblut kann von Hebammen oder Gynäkologen ohne jede Gefahr und Schmerzen für Mutter und Kind gewonnen werden. Nach dem Transport in das Labor wird im Rahmen einer gründlichen Eingangsprüfung entschieden, ob das Präparat geeignet ist, zu einem Transplantat weiterverarbeitet zu werden.

Daran schließt sich dann eine sehr aufwändige Prozedur an, bei der die überflüssigen Zellen unter Reinraumbedingungen entfernt und vor allem die blutbildenden Stammzellen angereichert werden.
Mit einem speziellen Frostschutzmittel versehen können die Zellen dann bei unter -160°C tiefgekühlt vermutlich unbefristet gelagert werden. Nach Vorliegen aller Untersuchungsbefunde kann das Präparat freigegeben und in das internationale Spenderregister gemeldet werden. Von diesem Zeitpunkt an steht es weltweit für Menschen mit lebensbedrohlichen Störungen der Blutbildung (z.B. Leukämie, Anämie) aber auch bei Immundefekten oder anderen schweren Erkrankungen zur Verfügung.

Da Stammzellen aus dem Nabelschnurblut in Deutschland als Fertigarzneimittel klassifiziert wurden, sind die Herstellungskosten bedingt durch die hohen gesetzlichen Auflagen sehr hoch. Die Träger der Bayerischen Nabelschnurblutbank müssen je Präparat mindestens 1.000 EUR bereitstellen, da bislang noch keine vollständig gesicherte Förderung vorliegt.

Die Präparate werden ausschließlich zu gemeinnützigen Zwecken hergestellt und weltweit verfügbar gemacht - es handelt sich nicht um die Einlagerung der Zellen für das eigene Kind.

Über die Aktion Lebensbankkönnen Sie uns im Kampf gegen Leukämie unterstützen.

Stammzellengewinnung aus Nabelschnurblut

Die Transfusionsmedizinische und Hämostaseologische Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen ist eine der drei ersten Einrichtungen, denen das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die Zulassung für die Herstellung von Stammzellpräparaten aus für die Allgemeinheit gespendetem Nabelschnurblut erteilt hat.

Seither werden in der Stammzellbank des Universitätsklinikums Erlangen regelmäßig für die Allgemeinheit gespendete Stammzelltransplantate aus Nabelschnurblut aufbereitet und eingelagert und die hierzu erforderlichen Arbeitstechniken permanent verbessert.

Durch Ihre Spende des Nabelschnurblutes für unsere allgemeine Stammzellbank verbessern Sie die Heilungschancen insbesondere für Kinder, die an Leukämie erkrankt sind! Seit 2004 besteht für Eltern, die dies wünschen, auch die Möglichkeit, Stammzellen aus Nabelschnurblut ihres Kindes gegen Entgelt individuell einlagern zu lassen.

Selbstverständlich werden für die Aufbereitung dieser Stammzellen die gleichen hohen Standards eingehalten, wie sie für Stammzelltransplantate gelten. Zusammen mit seinem Kooperationspartner, der Firma eticur) bietet das Universitätsklinikum Erlangen sowohl die Spende des Nabelschnurblutes für die Allgemeinheit als auch die Einlagerung für das Kind selbst bundesweit an.

Stammzellen aus Nabelschnurblut - die Fakten

Einlagerung von Stammzellen bei > -180°C
Reinraum für die Präparation von Stammzellpräparaten
Arbeiten im Reinraum unter strengsten Hygienevorgaben
 
  • Das Blut aus der Nabelschnur enthält wertvolle Stammzellen, die schon heute bei der Therapie schwerer Krankheiten eingesetzt werden.
  • Die Entnahme von Nabelschnurblut ist einfach und risikolos.
  • Nabelschnurblut ist sofort verfügbar, wenn es gebraucht wird.
  • Nabelschnurblut enthält keine Tumorzellen und ist weitgehend frei von Viren.
  • Nabelschnurblut wird von einem Verwandten oder einem fremden Empfänger bei einer Transplantation besser vertragen als erwachsene (adulte) Stammzellen.
  • Unmittelbar nach der Entbindung muß das Blut aus der Nabelschnur entnommen werden. Geschieht das nicht, sind die wertvollen Stammzellen aus dem Nabelschnurblut unwiderruflich verloren.
 
Ansprechpartner Transfusionsmedizin
Prof. Dr. med. Volker Weisbach
Position: Oberarzt
Telefon: 09131 85-36972
DECT: 09131 85-42109
Fax: 09131 85-36973
E-Mail: volker.weisbach@uk-erlangen.de
Visitenkarte
Ansprechpartner Frauenklinik
PD Dr. med. Florian Faschingbauer
Position: Oberarzt
Telefon: 09131 85-33553
E-Mail: florian.faschingbauer@uk-erlangen.de
Visitenkarte
 
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