Schirmherrin der Erlanger Stammzellbank: Dr. Antje-Karin Kühnemann

Transfusionsmedizin

Leiter:
Prof. Dr. med. Reinhold Eckstein
Prof. Dr. Volker Weisbach von der Erlanger Stammzellbank, die neue Schirmherrin Dr. Antje-Katrin Kühnemann und Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske, Präsident der Friedrich-Alexander-Universität, zeigen ein eingefrorenes Stammzellpräparat (v.l.n.r.). Foto: Bernd Böhner.

Dr. Antje-Katrin Kühnemann, die Schirmherrin der Erlanger Stammzellbank, unterstützt Stammzellenlagerung

01.08.2012
Transfusionsmedizinische und Hämostaseologische Abteilung

34 Jahre lang moderierte Antje-Katrin Kühnemann im Bayerischen Fernsehen das Gesundheitsmagazin „Die Sprechstunde“. Jetzt unterstützt die engagierte Ärztin und TV-Moderatorin als Schirmherrin der Kooperation der Erlanger Stammzellbank mit der eticur GmbH den Kampf gegen den Krebs. Die Stammzellbank der Transfusionsmedizinischen und Hämostaseologischen Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen stellt seit 1999 aus Nabelschnurblut Stammzellen her und lagert diese ein. Für viele Patienten, vor allem an Leukämie erkrankte Kinder und Erwachsene, stellt eine Therapie mit diesen Stammzellen oft die letzte Hoffnung auf Heilung dar. „Die Konzentrate unserer Stammzellbank, die bundesweit eine der ersten drei Zentren in Deutschland ist, die eine Zulassung für die Herstellung von Stammzellpräparaten aus gespendetem Nabelschnurblut erhalten hat, gibt vielen Krebspatienten eine reelle Chance auf Genesung“, erklärt der Leiter der Transfusionsmedizinischen und Hämostaseologischen Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen, Prof. Dr. med. Reinhold Eckstein.

Mit der Münchner Ärztin und TV-Moderatorin Antje-Katrin Kühnemann erfährt die Erlanger Stammzellbank prominente Unterstützung: Ab sofort wird sie sich als Schirmherrin für die Gewinnung von Stammzellen aus Nabelschnurblut und die Einwerbung von Spenden und Stiftungsgeldern einsetzen. Der Freistaat Bayern fördert die Einlagerung von für die Allgemeinheit gespendeten Stammzellkonzentraten in der Erlanger Stammzellbank. Dennoch ist die Einlagerung stark auf Spenden und Stiftungsgelder angewiesen, um für möglichst viele Patienten entsprechende Konzentrate bereitstellen zu können. Die Stammzellen werden vorwiegend für die Therapie von Krebs-Patienten genutzt, sollen aber künftig auch zur Herstellung von körpereigenem Zell- und Gewebeersatz dienen. „Meine große Hoffnung ist, dass wir mit der Kooperation zwischen eticur und der Erlanger Stammzellbank die regenerative Medizin deutlich voranbringen – ob bei Krebserkrankungen oder auch bei vielen weiteren Krankheiten, wie zum Beispiel Auto-Immunerkrankungen“, erklärte die neue Schirmherrin Kühnemann.

Bei der Einführungsveranstaltung verdeutlichte Schirmherrin Dr. Antje-Katrin Kühnemann die Bedeutung der Stammzellen für die regenerativen Medizin: Von Krebs bis zu Auto-Immunerkrankungen. Foto: Bernd Böhner

Nabelschnurrblut als Hoffnungsträger

Die Stammzellkonzentrate der Erlanger Stammzellbank werden aus Nabelschnurblut gewonnen. Weder für das Kind noch für die Mutter ist die Gewinnung mit Risiken verbunden, dem Kind selbst wird kein Blut abgenommen. Vielmehr wird das bei der Geburt in der verbleibenden Nabelschnur befindliche, kindliche Blut (ca. 80 ml) gesammelt, das ansonsten ungenutzt verworfen würde. Das Nabelschnurblut ist so wertvoll, weil es reich an Stamm- und Vorläuferzellen ist, die in der Lage sind, sich nach entsprechender Aufarbeitung in unterschiedlichste Körperzellen zu entwickeln. Dank dieser Eigenschaft könnten diese Zellen in Zukunft eine wichtige Rolle in der Behandlung vieler Erkrankungen im Bereich der regenerativen Medizin spielen.

Ein weiterer Vorteil: Bei einer späteren Verwendung fallen mögliche Abstoßungsreaktionen deutlich geringer aus, was den Erfolg einer Therapie maßgeblich steigert. In einer wegweisenden Kooperation mit der Firma eticur GmbH aus Martinsried konnte eine Zusammenarbeit mit über 650 deutschen Geburtskliniken zur Sammlung von Nabelschnurblut aufgebaut werden.

Spende für die Allgemeinheit oder für das eigene Kind

Das entnommene Nabelschnurblut wird über flüssigem Stickstoff bei etwa -170° C tiefgefroren gelagert (Kryokonservierung). In den Räumen der Erlanger Stammzellbank findet die Aufbereitung und Lagerung von Nabelschnurblut aus ganz Deutschland statt. „Wir gehen davon aus, dass die Zellen ein Leben lang funktionsfähig bleiben. Stammzellen aus Na-belschnurblut sind die Hoffnungsträger in der Medizin. Auf jeden Fall ist Nabelschnurblut zum Wegwerfen viel zu schade“, so Prof. Eckstein.

Für Eltern gibt es in Erlangen zwei Möglichkeiten, Nabelschnurblut aufbewahren zu lassen. Elternpaare haben die völlig kostenfreie Option, das wertvolle Nabelschnurblut für die Allgemeinheit, insbesondere für Leukämiekranke, zu spenden. Diese Präparate werden in der Datenbank des Zentralen Knochenmark-Spenderregisters Deutschland (ZKRD) gelistet und sind damit auch international verfügbar. Alternativ können Eltern gegen eine Gebühr für eine eventuell einmal notwendige Stammzell-Therapie des eigenen Kindes vorsorgen. In diesem Fall steht es ausschließlich dem eigenen Kind zur Verfügung.

Gefragte Einrichtung wächst weiter

Die Stammzellbank wird bereits seit 13 Jahren vom Universitätsklinikum Erlangen betrieben. 2009 bezogen die Spezialisten einen Neubau, der für rund drei Millionen im Auftrag des Freistaats auf dem ehemaligen Gelände der Hautklinik errichtet wurde. Prof. Dr. med. Reinhold Eckstein betont, dass seine Einrichtung „eine der gefragtesten ihrer Art in Deutschland ist.“ Auf Grund ihres starken Wachstums wurde bereits ein Erweiterungsbau notwendig, der Ende des Jahres 2012 bezogen wird.

Das Netzwerk

Je größer das Netzwerk von Partnerkliniken, desto mehr Präparate stehen auch der Allgemeinheit als öffentliche Spende zur Verfügung. Das Universitätsklinikum Erlangen bietet Spende, Entnahme und Aufbewahrung von Nabelschnurblut in der Geburtshilfe der Erlanger Universitätsfrauenklinik (Direktor: Prof. Dr. M. W. Beckmann) und bundesweit in über 650 Geburtskliniken in Zusammenarbeit mit dem Partner eticur GmbH an. Die öffentlichen Spenden werden durch Stiftungs- und Spendengelder finanziert.

 

 

 

 

 
 
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