Häufig gestellte Fragen

Transfusionsmedizin

Leiter:
Prof. Dr. med. Reinhold Eckstein

Kaum eine Krankheit schlägt so unvermittelt zu, wie Leukämie. Sie kann jeden von uns treffen, jeden Tag, ohne Vorwarnung. Ist ein Mensch einmal erkrankt, gibt es sehr häufig nur EINE erfolgreiche Möglichkeit der Heilung - die lebensrettende Stammzellentransplantation. Aktuell sind mehr als 19 Millionen Knochenmark- und Blutstammzellspender weltweit registriert und dennoch kann für 20 bis 25 % aller Patienten kein passender Spender gefunden werden.

Seit einigen Jahren bietet sich durch die Transplantation mit Nabelschnurblut eine Alternative an. Etwa 10.000-mal kam diese Methode mittlerweile weltweit zum Einsatz. Aber obwohl im Augenblick mehr als eine halbe Million Nabelschnurblutpräparate in öffentlichen Stammzellbanken eingelagert sind, kann noch immer nicht allen Erkrankten eine lebensrettende Transplantation in Aussicht gestellt werden.

Um zukünftig mehr Patienten, nicht nur bei Leukämien, sondern auch bei anderen Erkrankungen des blutbildenden Systems eine bessere Überlebenschance zu geben, wurde vom Universitätsklinikum Erlangen eine Initiative ins Leben gerufen: die Lebensbank.

Für Eltern, Patienten und Betroffene stellen sich im Zusammenhang mit diesem Angebot aber natürlich auch viele Fragen. Einige häufig gestellte möchten wir an dieser Stelle beantworten.

Häufig gestellte Fragen zu Stammzellen aus Nabelschnurblut

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  • Was sind Stammzellen?

    Stammzellen sind für die Entwicklung und Neubildung von Körperzellen verantwortlich. Sie können sich unbegrenzt teilen und anschließend neue Funktionen übernehmen. Aus Stammzellen werden beispielsweise Muskel-, Knochen-, Knorpel-,Blut- oder Nervenzellen. Die jüngsten (verfügbaren) Stammzellen sind die embryonalen Stammzellen. Sie befinden sich im Inneren einer Zellkugel (Blastozyste), die sich wenige Tage nach der Befruchtung aus der sich teilenden Eizelle bildet. Diese embryonalen Stammzellen sind extrem vielseitig, weil sie sich in alle anderen Zellarten umwandeln können.

    Bei Stammzellen aus Nabelschnurblut handelt es sich ausdrücklich nicht um embryonale Stammzellen!

    Zum Zeitpunkt der Geburt befinden sich zudem kindliche "adulte" Stammzellen im kindlichen Blutkreislauf. Diese können nach der Geburt aus Nabelschnur und Plazenta gewonnen werden. Deshalb heißen sie Nabelschnurblut-Stammzellen. Bislang sind vor allem die blutbildenden (hämatopoetischen) Stammzellen im Nabelschnurblut von Interesse. Es enthält aber auch Vorläuferzellen von verschiedenen Körpergeweben, die in der Zukunft für die Entwicklung von neuem Gewebe von Interesse sein könnten.
    Auch nach der Geburt finden sich noch erwachsene "adulte" Stammzellen im Menschen. Deren Fähigkeiten scheinen aber mit zunehmendem Lebensalter deutlich abzunehmen.

  • Wo wird das Nabelschnurblut gelagert und was muß ich tun?

    Bei einer Einlagerung von autologem Nabelschnurblut als private Vorsorge schließen die Eltern einen Vertrag mit dem Universitätsklinikum Erlangen ab. Die Kosten für die Aufbereitung und Einlagerung werden von den Eltern selbst getragen und belaufen sich derzeit für eine Lagerung von 20 Jahren 2100 Euro. Dies schließt sehr umfangreiche infektionsserologische Untersuchungen bei der Geburt sowie eine umfängliche Untersuchung der Gewebemerkmale von Mutter und Kind zur Identitätssicherung mit ein.

  • Wie lange kann das Nabelschnurblut gelagert werden?

    Das Nabelschnurblut wird nach Entnahme in der Gasphase über flüssigem Stickstoff bei etwa -170° C tiefgekühlt (sogenannte Kryokonservierung). Nach bisherigem Wissenstand kann davon ausgegangen werden, daß die Zellen über Jahrzehnte, wenn nicht sogar für das ganze Leben funktionsfähig bleiben.

  • Wo ist der Unterschied zwischen der privaten Vorsorge und einer öffentlichen Stammzellenbank?

    Die Abteilung für Transfusionsmedizin des Universitätsklinikums Erlangen verfügt über eine öffentliche Stammzellbank. Eltern haben die Möglichkeit, Nabelschnurblut individuell einzulagern oder es zu spenden. Individuell eingelagertes Nabelschnurblut wird zur eventuellen späteren Verwendung beim Kind eingelagert. Gespendetes Nabelschnurblut ist für eine Anwendung bei fremden Menschen gedacht. Ein Hemmnis für Eltern sind jedoch die Kosten: Während öffentliche Nabelschnurblutbanken die Einlagerung aus Spenden, Steuergeldern und dem Verkauf der Transplantate finanzieren, tragen bei der individuellen Einlagerung die Eltern die Kosten. Dafür besteht jedoch bei Bedarf ein direkter Zugriff auf die eigenen Stammzellen, was bei öffentlichen Blutbanken nicht möglich ist. Ob sich Eltern entscheiden, das Nabelschnurblut ihres Kindes individuell einzulagern oder einer öffentlichen Blutbank zu spenden, liegt in ihrem eigenen Ermessen. Beide Varianten sind unterschiedliche Formen einer sinnvollen Nutzung von Nabelschnurblut.

    Doch eines ist in jedem Fall sicher - zum Wegwerfen ist das Nabelschnurblut viel zu schade!

 
 
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