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Transfusionsmedizin

Leiter:
Prof. Dr. med. Holger Hackstein, MBA
Transfusionsmedizin, Uni-Klinikum, Onkologie

Größtes Zentrum für Nabelschnurblut in Bayern eröffnet

Die Transfusionsmedizinische und Hämostaseologische Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen (Leiter: Prof. Dr. Reinhold Eckstein) hat am Mittwoch, 28.01.09, das größte Zentrum zur Aufbewahrung und Gewinnung von Stammzellen aus Nabelschnurblut in Bayern eröffnet. Die Stammzellen werden für die Therapie von Krebs-Patienten genutzt und sollen künftig auch zur Produktion von Körperersatzgewebe oder Ersatzorganen dienen. Für rund 3 Millionen Euro hat die klinikumseigenen KlinikMedBau GmbH im Osten Erlangens auf einer Gesamtfläche von 370 m2 neben modernsten Lagerräumen zwei Reinräume (GMP-Labors) zur Produktion neuer Medikamente aus Stammzellen errichtet. Erlangen ist eines der ersten drei Zentren in Deutschland, die eine Zulassung für die Herstellung von Stammzellpräparaten aus gespendetem Nabelschnurblut erhalten hat.
Die Stammzellpräparate werden bei -170° C in flüssigem Stickstoff eingelagert.
Foto: Uni-Klinikum Erlangen

Das Nabelschnurblut wird direkt nach der Geburt aus der Nabelschnur oder der Plazenta entnommen und über flüssigem Stickstoff bei etwa -170° C tiefgekühlt (Kryokonservierung). Lager- und Aufbereitungszentrum für Nabelschnurblut aus ganz Deutschland sind die Räume des neuen Erlanger Zentrums. „Wir gehen davon aus, dass die Zellen für das ganze Leben funktionsfähig bleiben“, sagte Prof. Eckstein bei einem Pressegespräch. „Stammzellen aus Nabelschnurblut sind die Hoffnungsträger in der Medizin. Auf jeden Fall ist Nabelschnurblut zum Wegwerfen viel zu schade“, so Prof. Eckstein.

Das neue Zentrum wurde in einer Bauzeit von 6 Monaten in Modulbauweise errichtet. „Dies bietet uns optimale Rahmenbedingungen, um die Räume jederzeit veränderten Forschungsschwerpunkten anzupassen und zu erweitern“, sagte Prof. Eckstein. Das Zentrum liegt auf dem Gelände der Uni-Hautklinik zwischen Hartmannstraße und Carl-Thiersch-Straße im Osten Erlangens. Vergleichbare Zentren gibt es nur an den Uni-Klinika Düsseldorf und Mannheim. Das Universitätsklinikum Erlangen betreibt seit 10 Jahren eine öffentliche Nabelschnurblutbank. Aktuell lagern dort über 3.000 Spenden. Platz ist jetzt für 15.000 Spenden.

Für Eltern gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten, Nabelschnurblut für eine eventuell einmal notwendige Stammzell-Therapie ihrer Kinder oder für Fremde in Erlangen aufbewahren zu lassen: Erstens die öffentliche Spende für die Allgemeinheit: Elternpaare haben völlig kostenfrei die Möglichkeit, das wertvolle Nabelschnurblut für die Allgemeinheit zu spenden. Zweitens die private Spende ohne Möglichkeit der öffentlichen Spende: Das eingelagerte Nabelschnurblut steht bei dieser letzten Variante ausschließlich dem Spender zur Verfügung und wird in keiner öffentlichen Datenbank gelistet.

Das Universitätsklinikum Erlangen bietet Entnahme und Aufbewahrung von Nabelschnurblut in der Geburtshilfe des Uni-Klinikums und bundesweit in über 500 Geburtskliniken in Zusammenarbeit mit dem Vertriebspartner "eticur GmbH" kostenpflichtig an. Die öffentlichen Spenden werden durch Stiftungs- und Spendengelder finanziert.

Weitere Infos:

www.transfusionsmedizin.uk-erlangen.de

Weitere Informationen für Journalisten:

Prof. Dr. Volker Weisbach
Telefon: 09131 85-42109
E-Mail: volker.weisbachatuk-erlangen.de

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